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“Die Lady im Gewand “ von William Whitaker
William Whitaker zeigt uns in ein paar kurzen Schritten die Entstehung eines klassischen Gemäldes diese Beschreibung ist zwar nicht sehr lang enthält aber gut Tipps zu Farben und Malmitteln sowie im Anhang Technische Ratschläge .Vielen herzlichen Dank!
Das ist das Bild gegen Ende der ersten Malsitzung da ich in diesem Motiv weder Gesicht noch Hände habe kann es relativ schnell voran gehen. Ich versuche das Bild in den einzelnen Stufen der Entstehung immer so zu halten als ob es fertig wäre.
Ich verwende gute Katzenzungen und Rundpinsel, ich verblende mit einem alten abgenutzten Katzenzungenpinsel. Ich male dieses Bild auf eine Leinwand in der Größe 12×9 Zoll (30 x 23cm) Ich habe diese Leinwand grau grundiert dafür verwende ich eine Mischung aus Ultramarin Blau und Umbra natur die ich mit 90% Terpentin und 10% Graham Walnuss/Alkydharz Malmittel verdünne. Ich habe die Leinwand mit einem Lappen abgerieben um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Mein liebstes Braun ist Gamblins Asphaltum ich verwende es auch zum Herstellen der Schatten. Für die Lichter verwende ich Old Holland Kremnitz Weiß (Bleiweiß) mit einer Spitze Siena natur abgetönt. Ich mische ein kleine wenig Walnuß/Alkydharz Malmittel in die Farbe dadurch wird sie geschmeidiger und trocknet schnell und gleichmäßig durch.
Ich lasse das Bild nach einer Sitzung immer einen Tag stehen nach dieser Untermalung heute z.B. kann ich übermorgen mit der nächsten Schicht mit den Farben weitermachen.
2 Tage sind vergangen und das Bild ist inzwischen schön getrocknet. Ich weiß noch nicht richtig wo ich anfangen will also mache ich was ich immer mache… ich beginne mit dem was am wenigsten Schaden anrichten kann. Ich benutze mein Malmesser und kratze damit alle Flusen und Beule von der Oberfläche der Leinwand.
Hier sehen sie die Pinsel die ich für die Farbschicht verwende einige Katzenzungen sowie Rundpinsel sowie einen älteren Rundpinsel zum verblenden.
Ich beginne mit dem weißen Gewand aber wechsle schnell zum Hauptblickpunkt dem Rücken der Frau. Ich setze etwas Farbe am Turban und schon bin ich aufgewärmt. Ab jetzt denke ich nur noch wenig und male einfach instinktiv. Ich verwende eine sehr limitierte Palette. Ich arbeite vorsichtig und geduldig und darauf bin ich stolz den von Natur aus bin ich weder vorsichtig noch geduldig. Um Rebellion gegen das Kunststudium aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zu zeigen verwende ich den Katzenzungenpinsel als Blender.
Ich verwende tradionelles Bleiweiß. Da das Bild aber sehr klein ist mische ich diesmal etwas Permalba (Titan-Zinkweiß) hinzu um die Deckkraft zu erhöhen. Weiterhin gebe ich etwas Walnussöl dazu um die Farbe buttriger zu machen.
Ich habe das Bild in dieser Sitzung beendet, ich musste noch einiges am Gewand machen aber der sensibelste Teil war der Hintergrund. Dort habe ich die Schatte weich modelliert und geformt.
Ich habe eine Hintergrundfarbe gemischt die sich nur wenig von der vorhergehenden unterscheidet Ich habe genug Öl hinzugefügt so dass die Farbe „schmelzen“ konnte und den Hintergrund mit einem sehr großen Pinsel überarbeitet. Eine gute Regel zu Pinseln ist den größten Pinsel den man für die Arbeit als passend ausgesucht hat wegzulegen und den nächst Größeren zu verwenden.
So jetzt kann ich tief durchatmen signieren und das Bild in einen Rahmen setzen.
Ich habe die Fotos von diesem Bild alle mit Digitalkamera angefertigt dadurch unterscheiden sich die Farben auf den Fotos etwas, es kommt auch auf Ihren Monitor an der die Farben ebenfall etwas verändert. Unser Expertenteam* hier im Studio, das zu diesem Zeitpunkt zugegen war fand, dass die Farben sehr gut gelungen sind…
*Der Pizzamann, die Handwerker und meine Frau Sandra
Einige Tipps zur Ölmalerei :
Ich arbeite fast immer auf getönter Leinwand. Einige Teile der Grundierung können Sie hier noch auf der rechte Seite sehen. Normalerweise verwende ich dafür einen warmen Grauton.
Ich stelle wie oben beschrieben eine dünne Mischung mit Umbra Natur Ultramarin blau und manchmal etwas Elfenbeinschwarz her. Man kann die Untermalung in die noch nasse Grundierung setzen oder diese erst durchtrocknen lassen, Je nachdem was Ihnen besser liegt ich kann mit beidem arbeiten.
Brot malen ist ein guter Weg die unterschiedlichen Nuancen und Farbwerte zu studieren die lebendige Dinge aufweisen , z.B. das minimalen Veränderungen die Hauttöne natürlich wirken lassen kann man daran üben. Ein Leib Brot kann nicht mehr wegrennen. Es liegt gerade vor einem auf dem Tisch, kann maximal zu Staub zerfallen.
Der erste Pinselstrich auf der Leinwand ist immer Perfekt. Es ist der zweite und alle weiteren die alles ruinieren können. Ich denke das schwierigste ist ein Bild an einem Punkt einfach so zu lassen wie es ist. Hier haben mir die Farb- und Texturunfälle gefallen die bei der ersten Untermalung passiert sind. Als ich das Bild fertig gestellt habe, hab ich mich entschiede es wäre wirklich schade das alles mit einer gleichmäßigen Farbe zu überdecken. Diese Nahaufnahme zeigt den fertigen Kopf mit nichts darum außer der verwaschenen Untermalung.
Vielleicht denkt der eine oder andere Betrachter mir ist die Farbe ausgegangen…
Auf einer sehr feinen Oberfläche arbeiten
Ich mag es auf einer Gesso grundierten Oberfläche zu arbeiten die so eben wie Glas ist.
Die Eigenschaften der Ölfarbe geben mir genug Möglichkeiten die Textur selbst zu bestimmen. Eine sehr feine Oberfläche lässt mich wunderschöne Texturen schaffen durch Farbe mit Malmittel. Eine typische lose Textur auf einer glatten Grundierung sehen sie in der oberen linken Ecke dieses Bildausschnittes.
Pinsel und Spachtel auf der Leinwand
In diesem Jahr habe ich ein wundervolles Braun entdeckt es nennt sich Asphaltum und wird bei Gamblin angeboten. Ich habe Umbra gebrannt dadurch ersetzt. In diesem Bild habe ich alle dunklen Bereiche mit Asphaltum hergestellt. Ich habe die Mitteltöne und Lichter mit dem größtmöglichen Pinsel aufgesetzt. Ich habe meine Spachtel verwendet um einige Bereiche zu verblenden und um überschüssige Farbe von der Leinwand zu kratzen. Die feinsten Details werden mit einem guten Rundpinsel Nr. 2 oder Nr. 4 lediglich mit der Spitze gesetzt. Ich verwende einen Malstab um meine Hand auflegen zu können.
Weiche Kanten und gegen die Form malen
Haut hat Textur, blenden Sie nicht das Leben heraus. Diese Beine wurden mit einem qualitativ hochwertigen Katzenzungenpinsel Größe 4 hergestellt. Es ist besser die Pinselspur gegen die Form zu setzen, als mit der Form zu gehen es sei denn sie malen Baumstämme. Die weichen Kanten im oberen Bereich habe ich mit vielen kleinen einzelnen Pinselstrichen hergestellt. Ein Geduldspiel.
Hautfarbe
Haut ist halb durchsichtig und durchscheinend, für die meisten sehr schwer zu malen.
Das Geheimnis ist die die Haut bei natürlichem Licht zu studieren und nach den kalten Farben darin zu suchen. Es gibt viele Bilder von Studenten mit kaukasischer Haut in Kodak Orange. Unserer Vorfahren in der Malerei konnten wundervolle Effekte mit ganz wenigen Mitteln erzielen. Peter Paul Rubens erzeugte seine magischen Hauttöne nur mit Lichtem Ocker, einem stumpfen Rot Schwarz und Weiß.
Pinsel
Wie viele Bilder die sie hier sehen ist auch dieses stark vergrößert um den Effekt deutlich zu machen. Anstatt alles tot zu verblenden verwische ich die Formen mit einem qualitativ hochwertigen breiteren Pinsel für Wasserfarben. Meistens in Größe 4 Für Details Größe 1.
Die Wasserfarben Pinsel eignen sich besonders gut dafür da sie sehr weich sind. Eine qualitativ hochwertige Ölfarbe lässt sich auch damit bearbeiten. Um die Pinsel vor zu schnellem Verschleiß zu schützen wasche ich sie mit lauwarmen Seifenwasser aus und behandle sie danach mit Haarspray.
Der Künstler William WhitakerHomepage des Künstlers: http://www.williamwhitaker.com |
Unser Blog ist leider noch nicht Iphone kompatibel , eine Iphone fähige Variante wird ca in der 2. Aprilwoche an den Start gehen.
Mfg
Dirk