Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung – Eric Wilson

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Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric WilsonHomepage des Künstlers: http://www.www.ericwilsonsart.com/


Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung – Eric Wilson

Die Leute fragen mich oft wie ich meine Pastellzeichnungen anfertige, hier möchte ich einmal eines meiner typischen Werke Schritt für Schritt vorführen.

Ich verwende wie fast immer Royal Sovereign Pastell Papier. An dem Bild hier sehen Sie, dass ich nur eine sehr grobe Vorzeichnung anfertige. Ich setze in meinen Pastellzeichnungen einfache Markierungen wo sich die Dinge befinden werden ,wie die Augen oder die Umrisse der Streifen aber all das dient rein zur Orientierung da die Zeichnung sofort durch die Pastellschichten überlagert wird.

Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson



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Das zweite Bild zeigt, dass ich zuerst am Kopf arbeite, ich konzentriere mich auf den Kontrast zum Hintergrund. Das ist sehr wichtig für den Gesamteindruck des Bildes, so nehme ich mir Zeit lege schon einige Details an und setzte eine stark kontrastierende Farbe für den Hintergrund. Ein anderer Grund für diese Vorgehensweise ist, dass ich es inspirierend finde das Gesicht schon zu Beginn zu sehen, so kann ich mir eine bessere Vorstellung vom fertigen Bild machen.

Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson

Das dritte Bild zeigt, dass ich mich mit den Hintergrundfarben weiter nach unten arbeite, ich experimentiere mit Farben für die Gräser und lege die ersten Lichtstrahlen an die das Bild noch angenehmer wirken lassen. Das sind bis jetzt alles nur Ideen mit denen ich arbeite und experimentiere. Wenn Sie das fertige Bild betrachten sehen sie dass ich die Richtung der Strahlen danach noch mal geändert habe um die Komposition zu verbessern.

Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson

Das vierte Bild zeigt wie ich weiter an der Untermalung vom Fell arbeite und Farben für den Körper und ganz leicht die Streifen anlege, an den Füßen habe ich ebenfalls einige Details angelegt.
Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson


Sie werden vielleicht feststellen, dass zu diesem Zeitpunkt alles noch sehr leicht und vorsichtig angelegt wird. Ich beschreibe das häufig als wenn ich meine Zehen vorsichtig ins Wasser tauche um zu testen. Ich springe niemals gleich hinein. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt Fehler mache lassen sie sich leicht korrigieren, es sind noch alle Optionen für neue Ideen offen, die beim Arbeiten erst kommen. Ich betrachte das Bild immer wieder zwischendurch aus Entfernung, halte zwischendurch an und überlege. Jetzt ist der Zeitpunkt wo ein Bild gewonnen oder verloren wird. Ich habe hier so etwas wie eine Blaupause die ich dann sicher zum nächsten Schritt bringen kann.

Die Leute fragen mich oft zur Komposition. Ist alles vorher geplant gewesen? Ich hoffe diese Demonstration zeigt, dass das nicht so war. Dieses Bild nahm seinen Anfang eines Morgens in Nepal als ich auf dem Rücken eines Elefanten saß und nach Tiger Ausschau hielt, der Dschungel von Chitwan war noch in Nebel gedeckt als sich langsam die Sonne zeigte. Als sich meine Elefant zum Wasserloch bewegte um zu trinken, kam mir dieses Szene in den Sinn und setzte sich in meinem Kopf fest. Ich habe den Tiger an diesem Tag nicht wirklich gesehen aber in meinem Kopf hatte sich ein festes Bild geprägt was nur auf die Umsetzung wartete.
Soweit ging also meine Komposition ein nebliger Hintergrund und ein imaginärer Tiger.

Ich kam mit einigen Tigerskizzen und Fotos zurück nach England aber nichts davon so dramtisch aufregend wie das Bild in meinem Kopf.

Monate später hatte ich den Tiger skizziert den ich dafür brauchte. Sie sehen, dass er etwas eigenartig in der Komposition auftaucht. Er betritt gerade das Bild setzt unvollständig einen Fuss in die Szene, so wie ich Ihn in meiner Vorstellung Monate vorher gesehen hatten. Ich mag diese Art der Komposition sie stellt eine Herausforderung dar. Ich musste meinen nebligen Hintergrund um ihn herum legen und hatte eine vage Idee von Gegenlicht, aber wusste dass noch viel mehr notwendig sein müsste um ein gutes Bild zu schaffen.

Ich entwickle jetzt ein Gefühl für das Bild, auch für die einzelnen Elemente. Oben habe ich die Richtung der Lichtstrahlen korrigiert, unten habe ich das Wasser begonnen. Ich wusste schon vorher dass es Lichtstrahlen und Wasser geben würde aber die genau Position habe ich erst jetzt festgelegt. Ich mag es so flexibel zu arbeiten, das passt zu mir, immer kleine neue Entscheidungen stück für stück. Es fühlt sich manchmal an als ob sich das Bild von selbst malt da jede Entscheidung zwangsläufig zur nächsten führt.

Sie sehen hier im 5. Bild, dass ich einige Details im Gras einfüge und einige Tonwerte korrigiert habe.
Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson

Bild 6 zeigt dass ich mit dem richtigen Gefühl für das Gras und die Tonwerte jetzt zuversichtlich die Gräser im Vordergrund richtig setzen kann. Im Hinterkopf habe ich immer den Gedanken der dramatischen Beleuchtung die zum Tiger passen soll. Ich beschäftige mich jetzt mit den Pfoten welche sich im Wasser reflektieren, aber es kommt langsam das Gefühl auf dass die untere rechte Seite des Bildes ungewöhnlich leer ist. Mann muss sehr vorsichtig sein , wenn das Tier als Hauptmotiv den größten Teil der Leinwand füllt, dass alles was man jetzt hinzufügt um die Leere zu füllen das Motiv unterstützt und nicht davon ablenkt.

Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson

Bild 7 zeigt meine Antwort auf das Problem. Ich habe mich für einen alten Ast entschieden um das Bild etwas auszubalancieren. Ich habe auch noch etwas an den Gräsern dort gearbeitet sie etwas verstärkt ,alles um das Bild harmonisch auszubalancieren.
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Bild 8 zeigt noch einige Verfeinerungen, der obere Bereich wurde fertig gestellt, leichte Streifen mit dem Pastellstift aufgezogen ergeben den Eindruck vom Dschungel im Hintergrund.
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Bild 9 zeigt ein paar mehr Details, ich vervollständige jetzt das Fell am Körper. Hellere Bereiche vom Fell kommen über die dunklere Untermalung welches die darunterliegende Anatomie des Tieres darstellt. Ich verblende immer weich ganz einfach mit meinen Fingern.

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Bild 10 zeigt eine Nahaufnahme des fertigen Körpers, viel hellere Striche auf dem Rücken und schließlich die dunklen Streifen werden vorsichtig angelegt. Schnurrhaare und die hellsten Teile vom Fell werden immer zum Schluss angelegt. Softpastell verwende ich für die Glanzlichter und hellsten Weiß-Töne weil diese mehr Pigmente abgeben als die normalen Stifte.
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Und hier das fertige Bild!
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Ich hoffe sehr, dass Ihnen diese Demonstration ebenfalls zeigt, dass Fotorealismus eigentlich nicht das ist was ich mit meinen Bildern erreichen will, vielmehr möchte ich mich mit Farbe und Komposition auseinandersetzen. Meine Vorliebe für Details macht meine Bilder vielleicht realistisch aber ich würde mich freuen wenn Sie in meinen Bilder mehr erkennen als nur Realismus.

Eric :)

Der Künstler Eric Wilson

Ein Tiger am Wasser, Tiere zeichnen, Pastellzeichnung - Eric Wilson
Homepage des Künstlers: http://www.www.ericwilsonsart.com/

Eric Wilson hat sich zu einem der führenden britischen Wildtiermaler entwickelt. Er hat bereits verschiedenen Auszeichnungen gewonnen. Seine Bilder finden sich in Sammlungen über die ganze Welt verstreut.

Die Fähigkeiten von Eric Wilson zeigten sich bereits in früher Kindheit: „Eric hat ein künstlerisches Talent das seinem Alter um viele Jahre voraus ist“ schrieb sein Kunstlehrer 1967. Als Kind schottischer Eltern verbrachte er einen Großteil seiner prägenden Jahre in den schottischen Highlands wo seine lebenslange Liebe zur Wildnis geboren wurde. Es war nur natürlich, dass Eric sein Talent mit der Liebe zur Natur kombinieren würde und Natur und Tiermaler werden würde.
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Eric hat bereits etliche Male in London, den USA und auch in Deutschland ausgestellt.
Seine Werke wurden auf der Florida Wildlife und Western Art Exposion gezeigt, wo sie mehrere Preise gewannen. Seine Werke erschienen in verschiedenen Zeitschriften und Büchern wie „The best of Wildlife Art“ und „Keys to Painting Fur and Feather“.

Eric erhält ständig Aufträge für die verschiedensten Tiermotive. Auch eine Serie Kunstdrucke seiner bekannten Werke ist schon erschienen. Originalgemälde von ihm werden bei Christies in London versteigert.
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Eric setzt sich sehr intensiv mit seinen Motiven auseinander, er reist rund um den Planeten von Dschungel bis Wüste und sucht nach Inspiration für neue Motive. In Ruanda und Zaire hat er lange Zeit in der Nähe der Berggorillas verbracht. Er campierte in der Serengeti zog mit dem Kanu den Zambesi hinunter und suchte nach den Tigern des Chitwan Nationalparks Nepal auf dem Rücken eines Elfanten.

Von Zeit zu Zeit nimmt Eric auch Aufträge für Portraits an, z.B. hat er den Boxchampion Nigel Benn mehrmals portraitiert.

Foto mit der Boxlegende Nigel Benn, wie er dessen Schlüssel für seine Wagen als Danke für das Portrait erhält. Eric beschreibt Ihn als einen starken humorvollen Charakter mit großem Herz.

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Eric lebt in Derbyshire, England mit seiner Frau der Künstlerin Karin Momberg. Oft findet man ihn jedoch persönlich im Nature Art Museum in Gloucester. Dort zeigt er live sein Können.

Homepage des Künstlers: http://www.www.ericwilsonsart.com/

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